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Lifeline GSM im Bestand: Bedienung, Statusanzeigen und Störungen

Das Lifeline GSM funkt über 2G und ist von der 2G-Abschaltung betroffen. Bis zum Austausch finden Betreiber hier Varianten, Tasten, Programmierung, Statusanzeigen, Funksender, Akku und typische Störungsbilder.

Neu 6 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 19.10.2026
Lifeline GSM 56008/622 56008/623 56015/620 MyAmie 2G SIM
Hausnotrufgerät Lifeline GSM von Tunstall

Das Lifeline GSM ist ein Bestandsgerät: ein stationäres Hausnotrufgerät, das Notrufe über das Mobilfunknetz absetzt und optional zusätzlich an einem Festnetzanschluss als Rückfallebene betrieben werden kann. Der Mobilfunkteil arbeitet laut technischen Daten mit 2G – das Gerät ist deshalb von der 2G-Abschaltung betroffen. Hier finden Betreiber mit Geräten im Feld das Wichtigste für Betrieb und Fehlersuche.

Varianten

BestellnummerBezeichnungUnterlagen
56008/622Lifeline GSMGebrauchsanweisung D5107164F, Techniker-Handbuch 00 8804 17
56008/623Lifeline GSM MHDwie 56008/622, zusätzlich das separate Dokument 00880198
56015/620Lifeline GSM (CH)Gebrauchsanweisung Schweiz D5107251B

Die Programmierangaben in diesem Ratgeber stammen aus dem Techniker-Handbuch für 56008/622 und 56008/623. Bei der CH-Variante weichen unter anderem die Akkudaten ab (siehe unten).

Einordnung: 2G-Abschaltung

Die Telekom plant die Abschaltung ihres 2G-Netzes nach aktueller Planung voraussichtlich zum 30. Juni 2028. Das Lifeline GSM gehört zu den betroffenen Geräten. Aktuelles 4G-Gerät für den stationären Hausnotruf ist das Lifeline Digital. Wie Sie den Bestand erfassen und den Austausch planen, beschreibt unser Ratgeber 2G-Abschaltung der Telekom.

Bis zum Austausch empfiehlt das Techniker-Handbuch bei reinem Mobilfunkbetrieb, den periodischen Testruf auf höchstens 24 Stunden einzustellen, und verfügbare Geräteupdates durchführen zu lassen.

Bedienung im Alltag

TasteFunktion
Rote RuftasteNotruf auslösen – alternativ die Ruftaste am Funksender MyAmie
Grüne Abstelltasteversehentlichen Notruf abbrechen, Aktivität zeigen (bei programmierter Aktivitätskontrolle), Anruf annehmen und beenden, Warnansagen unterdrücken
Blaue Funktionstasteab- und anwesend melden; abwesend leuchtet die kleine Statusanzeige gelb. Kann per Programmierung als Service- oder Kurzwahltaste belegt werden.

Kontaktpersonen nehmen einen Notruf am Telefon mit der Ziffer 4 an und beenden ihn mit 0. Wer ohne 0 auflegt, lässt das Gerät in der Wählsequenz weiterwählen.

Wichtige Einstellungen

Programmiert wird über das Programmiertastenfeld auf der Geräteunterseite, per Fernprogrammierung über PNC-Servicezentralen oder mit PC Connect. Programmierungen, die das Techniker-Handbuch nicht aufführt, müssen mit PC Connect erfolgen.

  • Jede Eingabe beginnt und endet mit P. Eine 3-Tonfolge bestätigt den Erfolg; ein langer tiefer Warnton bedeutet einen Fehler – Schritt ab „P“ wiederholen.
  • Tastenfeldsperre: vor jeder Programmierung mit P#980P aufheben, danach mit P*980P aktivieren.
  • Spezialfunktionen: aktivieren mit P*XXXP, deaktivieren mit P#XXXP.
  • Signalstärke: P*802P – der Wert wird angesagt. 99 bedeutet: noch nicht mit dem GSM-Netz verbunden.
  • Alarmempfänger: bis zu 4 Servicezentralen, 4 private Kontaktpersonen und 2 Infoalarmempfänger. Für Alarme sind mindestens eine Telefonnummer und eine zugehörige Identnummer nötig.
  • Aktivitätskontrolle (Spezialfunktion 180): Für einmal tägliche Aktivität empfiehlt das Handbuch 25 oder 26 Stunden; bei 24 Stunden muss der Teilnehmer zweimal am Tag Aktivität zeigen.

Statusanzeigen

AnzeigeBedeutung
Groß grün, DauerlichtRuhezustand, bereit für Notruf; Signalstärke sehr gut (20+)
Groß gelbSignalstärke gut (10–19)
Groß rotSignalstärke niedrig bzw. unzureichend
Groß grün, blinkt 1× alle 4 sNotstromakkubetrieb
Groß grün, blinkt 1× pro sNotruf wird abgesetzt
Groß pinkankommender Anruf
Groß weiß, Dauerlichtkeine SIM-Karte oder kein GSM-Netz
Groß weiß, blinkt 2× pro sSIM-PIN falsch oder nicht programmiert
Groß blau, blinkt 2× pro sNotruf über Mobilfunk nicht möglich – Gerät muss ins Tunstall-Werk
Groß weiß und klein rotFehler, mögliche Ursache: falsches Steckernetzteil
Klein rot, blinkt 1× pro sTelefonverbindung unterbrochen
Klein gelb, DauerlichtTeilnehmer abwesend gemeldet
Klein gelb, blinkt 1× in 4 sNotstromakku schwach
Beide ausGerät aus oder keine Stromversorgung

Funksender anbinden

Bis zu 15 Funksender lassen sich programmieren, auch Funksensoren wie Rauchmelder. Der mitgelieferte MyAmie ist bei Auslieferung bereits eingelernt.

  1. Tastenfeldsperre mit P#980P aufheben.
  2. Den Programmierschritt für Funksender eingeben (Techniker-Handbuch, Abschnitt 4.16). Die große LED blinkt schnell grün.
  3. Taste am Funksender drücken. Erfolg: Ansage „Persönlicher Funksender registriert“, die rote LED am Sender leuchtet kurz.
  4. Reichweitentest mit Spezialfunktion 230 (Aktivierung wie im Techniker-Handbuch beschrieben): drei Minuten lang wird jedes erkannte Funksignal ohne Alarm mit Ton und Ansage bestätigt. Vorzeitig beenden mit der grünen Abstelltaste.
  5. Tastenfeldsperre mit P*980P aktivieren und einen Testalarm über den Funksender auslösen.

Ohne Erfolgsansage: kurzer Einzelton = bereits programmiert; langer tiefer Ton = alle 15 Plätze belegt; langer tiefer Ton nach etwa 10 Sekunden = Senderbatterie leer.

Der MyAmie hat eine nicht wechselbare Lithium-Knopfzelle und je nach Gebäude etwa 30–50 m Reichweite. Blinkt seine Kontrollleuchte beim Drücken, ist die Batterie fast leer: Der Notruf wird ausgelöst, der Sender muss getauscht werden. Leuchtet sie nicht, wird kein Notruf ausgelöst – dann die rote Ruftaste am Gerät verwenden.

Akku und Transportmodus

Merkmal56008/622, 56008/62356015/620 (CH)
NotstromakkuNi-MH, 7,2 V, 1200 mAhNi-MH, 7,2 V, 2000 mAh
Überbrückung (neuer Akku)bis 45 h Standby oder bis 40 h inkl. 30 min Sprechkontaktmindestens 60 h
Volle Ladung nach Erstinstallation24 h32 h
  • Bei Stromausfall läuft das Gerät auf Akku weiter und meldet „Warnung! Es ist keine Stromversorgung vorhanden“. Prüfen Sie zuerst das Steckernetzteil.
  • Netzausfälle unter einer Stunde werden nicht an die Zentrale gemeldet.
  • Den Akku spätestens nach 5 Jahren durch einen Ersatzakku von Tunstall tauschen (56008: Bestell-Nr. D3706005), nach einem Akkualarm ohne längeren Netzausfall so schnell wie möglich. Danach einen Funktionstest durchführen.

Vor dem Abbau muss das Gerät in den Transportmodus, sonst kann der Akku tiefentladen werden:

  1. P#980P drücken.
  2. P*804P drücken.
  3. Steckernetzteil und gegebenenfalls Telefonleitung abziehen.

Beim Wiederanschluss ans Netz endet der Transportmodus automatisch; die Tastenfeldsperre ist dann aufgehoben und muss mit P*980P aktiviert werden.

Typische Störungsbilder

StörungWas tun
Groß weißSIM-Sitz prüfen (Schlitz links oben, Kontakte nach unten, eingerastet), Netzabdeckung beim Mobilfunkanbieter klären, keine Prepaid-SIM.
Groß weiß blinkendSIM entnehmen und PIN-Abfrage im Handy deaktivieren oder die PIN per Spezialfunktion 800 einprogrammieren (CH: PIN deaktivieren). Nach drei Fehleingaben ist die SIM gesperrt und lässt sich im Handy mit der PUK entsperren.
Groß rot, schwaches SignalGSM-Antenne an einen Ort mit besserem Empfang stellen, 1–2 m Abstand zu Elektrogeräten halten, nicht neben großen Metallgegenständen.
„Die Telefonverbindung wurde unterbrochen“, klein rot blinkendErscheint nach etwa 1 Minute (Techniker-Handbuch) bzw. 1,5 Minuten (Gebrauchsanweisung). Am Festnetz die Leitung neu anschließen (linke Buchse „N“ der ersten TAE-Dose). Bleibt die Meldung, den Telekommunikationsanbieter informieren.
Groß blau blinkendGerät einschicken, siehe Gerät zur Reparatur einschicken.
Groß weiß und klein rotSteckernetzteil prüfen – nur das beiliegende Original verwenden.
Klein gelb, blinkt 1× in 4 sIst kein längerer Netzausfall die Ursache, den Notstromakku so schnell wie möglich tauschen lassen.

Lässt sich eine Störung nicht beheben, schildern Sie Bestellnummer, Anzeige und Ansage in einem Ticket.

Weiterführende Links

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