Das Lifeline GSM ist ein Bestandsgerät: ein stationäres Hausnotrufgerät, das Notrufe über das Mobilfunknetz absetzt und optional zusätzlich an einem Festnetzanschluss als Rückfallebene betrieben werden kann. Der Mobilfunkteil arbeitet laut technischen Daten mit 2G – das Gerät ist deshalb von der 2G-Abschaltung betroffen. Hier finden Betreiber mit Geräten im Feld das Wichtigste für Betrieb und Fehlersuche.
Varianten
| Bestellnummer | Bezeichnung | Unterlagen |
|---|---|---|
| 56008/622 | Lifeline GSM | Gebrauchsanweisung D5107164F, Techniker-Handbuch 00 8804 17 |
| 56008/623 | Lifeline GSM MHD | wie 56008/622, zusätzlich das separate Dokument 00880198 |
| 56015/620 | Lifeline GSM (CH) | Gebrauchsanweisung Schweiz D5107251B |
Die Programmierangaben in diesem Ratgeber stammen aus dem Techniker-Handbuch für 56008/622 und 56008/623. Bei der CH-Variante weichen unter anderem die Akkudaten ab (siehe unten).
Einordnung: 2G-Abschaltung
Die Telekom plant die Abschaltung ihres 2G-Netzes nach aktueller Planung voraussichtlich zum 30. Juni 2028. Das Lifeline GSM gehört zu den betroffenen Geräten. Aktuelles 4G-Gerät für den stationären Hausnotruf ist das Lifeline Digital. Wie Sie den Bestand erfassen und den Austausch planen, beschreibt unser Ratgeber 2G-Abschaltung der Telekom.
Bis zum Austausch empfiehlt das Techniker-Handbuch bei reinem Mobilfunkbetrieb, den periodischen Testruf auf höchstens 24 Stunden einzustellen, und verfügbare Geräteupdates durchführen zu lassen.
Bedienung im Alltag
| Taste | Funktion |
|---|---|
| Rote Ruftaste | Notruf auslösen – alternativ die Ruftaste am Funksender MyAmie |
| Grüne Abstelltaste | versehentlichen Notruf abbrechen, Aktivität zeigen (bei programmierter Aktivitätskontrolle), Anruf annehmen und beenden, Warnansagen unterdrücken |
| Blaue Funktionstaste | ab- und anwesend melden; abwesend leuchtet die kleine Statusanzeige gelb. Kann per Programmierung als Service- oder Kurzwahltaste belegt werden. |
Kontaktpersonen nehmen einen Notruf am Telefon mit der Ziffer 4 an und beenden ihn mit 0. Wer ohne 0 auflegt, lässt das Gerät in der Wählsequenz weiterwählen.
Wichtige Einstellungen
Programmiert wird über das Programmiertastenfeld auf der Geräteunterseite, per Fernprogrammierung über PNC-Servicezentralen oder mit PC Connect. Programmierungen, die das Techniker-Handbuch nicht aufführt, müssen mit PC Connect erfolgen.
- Jede Eingabe beginnt und endet mit P. Eine 3-Tonfolge bestätigt den Erfolg; ein langer tiefer Warnton bedeutet einen Fehler – Schritt ab „P“ wiederholen.
- Tastenfeldsperre: vor jeder Programmierung mit P#980P aufheben, danach mit P*980P aktivieren.
- Spezialfunktionen: aktivieren mit P*XXXP, deaktivieren mit P#XXXP.
- Signalstärke: P*802P – der Wert wird angesagt. 99 bedeutet: noch nicht mit dem GSM-Netz verbunden.
- Alarmempfänger: bis zu 4 Servicezentralen, 4 private Kontaktpersonen und 2 Infoalarmempfänger. Für Alarme sind mindestens eine Telefonnummer und eine zugehörige Identnummer nötig.
- Aktivitätskontrolle (Spezialfunktion 180): Für einmal tägliche Aktivität empfiehlt das Handbuch 25 oder 26 Stunden; bei 24 Stunden muss der Teilnehmer zweimal am Tag Aktivität zeigen.
Statusanzeigen
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| Groß grün, Dauerlicht | Ruhezustand, bereit für Notruf; Signalstärke sehr gut (20+) |
| Groß gelb | Signalstärke gut (10–19) |
| Groß rot | Signalstärke niedrig bzw. unzureichend |
| Groß grün, blinkt 1× alle 4 s | Notstromakkubetrieb |
| Groß grün, blinkt 1× pro s | Notruf wird abgesetzt |
| Groß pink | ankommender Anruf |
| Groß weiß, Dauerlicht | keine SIM-Karte oder kein GSM-Netz |
| Groß weiß, blinkt 2× pro s | SIM-PIN falsch oder nicht programmiert |
| Groß blau, blinkt 2× pro s | Notruf über Mobilfunk nicht möglich – Gerät muss ins Tunstall-Werk |
| Groß weiß und klein rot | Fehler, mögliche Ursache: falsches Steckernetzteil |
| Klein rot, blinkt 1× pro s | Telefonverbindung unterbrochen |
| Klein gelb, Dauerlicht | Teilnehmer abwesend gemeldet |
| Klein gelb, blinkt 1× in 4 s | Notstromakku schwach |
| Beide aus | Gerät aus oder keine Stromversorgung |
Funksender anbinden
Bis zu 15 Funksender lassen sich programmieren, auch Funksensoren wie Rauchmelder. Der mitgelieferte MyAmie ist bei Auslieferung bereits eingelernt.
- Tastenfeldsperre mit P#980P aufheben.
- Den Programmierschritt für Funksender eingeben (Techniker-Handbuch, Abschnitt 4.16). Die große LED blinkt schnell grün.
- Taste am Funksender drücken. Erfolg: Ansage „Persönlicher Funksender registriert“, die rote LED am Sender leuchtet kurz.
- Reichweitentest mit Spezialfunktion 230 (Aktivierung wie im Techniker-Handbuch beschrieben): drei Minuten lang wird jedes erkannte Funksignal ohne Alarm mit Ton und Ansage bestätigt. Vorzeitig beenden mit der grünen Abstelltaste.
- Tastenfeldsperre mit P*980P aktivieren und einen Testalarm über den Funksender auslösen.
Ohne Erfolgsansage: kurzer Einzelton = bereits programmiert; langer tiefer Ton = alle 15 Plätze belegt; langer tiefer Ton nach etwa 10 Sekunden = Senderbatterie leer.
Der MyAmie hat eine nicht wechselbare Lithium-Knopfzelle und je nach Gebäude etwa 30–50 m Reichweite. Blinkt seine Kontrollleuchte beim Drücken, ist die Batterie fast leer: Der Notruf wird ausgelöst, der Sender muss getauscht werden. Leuchtet sie nicht, wird kein Notruf ausgelöst – dann die rote Ruftaste am Gerät verwenden.
Akku und Transportmodus
| Merkmal | 56008/622, 56008/623 | 56015/620 (CH) |
|---|---|---|
| Notstromakku | Ni-MH, 7,2 V, 1200 mAh | Ni-MH, 7,2 V, 2000 mAh |
| Überbrückung (neuer Akku) | bis 45 h Standby oder bis 40 h inkl. 30 min Sprechkontakt | mindestens 60 h |
| Volle Ladung nach Erstinstallation | 24 h | 32 h |
- Bei Stromausfall läuft das Gerät auf Akku weiter und meldet „Warnung! Es ist keine Stromversorgung vorhanden“. Prüfen Sie zuerst das Steckernetzteil.
- Netzausfälle unter einer Stunde werden nicht an die Zentrale gemeldet.
- Den Akku spätestens nach 5 Jahren durch einen Ersatzakku von Tunstall tauschen (56008: Bestell-Nr. D3706005), nach einem Akkualarm ohne längeren Netzausfall so schnell wie möglich. Danach einen Funktionstest durchführen.
Vor dem Abbau muss das Gerät in den Transportmodus, sonst kann der Akku tiefentladen werden:
- P#980P drücken.
- P*804P drücken.
- Steckernetzteil und gegebenenfalls Telefonleitung abziehen.
Beim Wiederanschluss ans Netz endet der Transportmodus automatisch; die Tastenfeldsperre ist dann aufgehoben und muss mit P*980P aktiviert werden.
Typische Störungsbilder
| Störung | Was tun |
|---|---|
| Groß weiß | SIM-Sitz prüfen (Schlitz links oben, Kontakte nach unten, eingerastet), Netzabdeckung beim Mobilfunkanbieter klären, keine Prepaid-SIM. |
| Groß weiß blinkend | SIM entnehmen und PIN-Abfrage im Handy deaktivieren oder die PIN per Spezialfunktion 800 einprogrammieren (CH: PIN deaktivieren). Nach drei Fehleingaben ist die SIM gesperrt und lässt sich im Handy mit der PUK entsperren. |
| Groß rot, schwaches Signal | GSM-Antenne an einen Ort mit besserem Empfang stellen, 1–2 m Abstand zu Elektrogeräten halten, nicht neben großen Metallgegenständen. |
| „Die Telefonverbindung wurde unterbrochen“, klein rot blinkend | Erscheint nach etwa 1 Minute (Techniker-Handbuch) bzw. 1,5 Minuten (Gebrauchsanweisung). Am Festnetz die Leitung neu anschließen (linke Buchse „N“ der ersten TAE-Dose). Bleibt die Meldung, den Telekommunikationsanbieter informieren. |
| Groß blau blinkend | Gerät einschicken, siehe Gerät zur Reparatur einschicken. |
| Groß weiß und klein rot | Steckernetzteil prüfen – nur das beiliegende Original verwenden. |
| Klein gelb, blinkt 1× in 4 s | Ist kein längerer Netzausfall die Ursache, den Notstromakku so schnell wie möglich tauschen lassen. |
Lässt sich eine Störung nicht beheben, schildern Sie Bestellnummer, Anzeige und Ansage in einem Ticket.