Der Raumtemperaturmelder (Artikel-Nr. 61005/40) ist ein kabelloser, wandmontierter Funksensor, der eine hohe und eine niedrige Temperaturschwelle überwacht. Weicht die Raumtemperatur vom eingestellten Bereich ab, meldet er dies an das verbundene Tunstall-System; der Notrufempfänger, zum Beispiel die Servicezentrale, kann dann entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die Schwellen werden direkt am Gerät über die Tasten und das LCD-Display eingestellt. Dieser Ratgeber fasst die Installationsanleitung 00880378 zusammen.
Einordnung und Kompatibilität
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Artikelnummer | 61005/40 |
| Hausnotrufgeräte laut Datenblattkatalog (2026) | alle aktuellen Hausnotrufgeräte von Tunstall |
| Ausdrücklich genannt in der Installationsanleitung (12/21) | Lifeline Smart Hub, Lifeline Vi-Modelle, Lifeline Vi+, Lifeline GSM, CareAssist (abgekündigt) |
| Funkprotokoll laut Datenblatt | Tunstall Classic Radio |
| Funkfrequenz | 869,2125 MHz |
| Funkreichweite | bis zu 50 m zum Hausnotrufgerät bzw. zu CareAssist, abhängig von der Gebäudestruktur |
Hinweis: In Verbindung mit einem CareAssist ist keine Funkstreckenüberwachung möglich.
So funktioniert der Melder
- Der Notruf „Hohe Temperatur“ wird ausgelöst, wenn die Temperatur länger als 5 Minuten über dem eingestellten oberen Grenzwert liegt.
- Der Notruf „Niedrige Temperatur“ wird ausgelöst, wenn die Temperatur länger als 5 Minuten unterhalb des eingestellten unteren Grenzwertes liegt.
- Mit „Alarm wiederholen“ = „Aus“ löst der Melder bei Erreichen einer Temperaturschwelle einen einzelnen Notruf aus. Mit „An“ wird der Notruf alle 24 Stunden wiederholt, bis sich die Temperatur wieder normalisiert hat.
Bedienelemente: LCD-Display, Zurück-Taste, Aufwärtstaste, Abwärtstaste, Auswahltaste und eine rote LED; dazu kommen Lüftungsschlitze am Gehäuse.
Lieferumfang und Montage
- Lieferumfang: 1 Raumtemperaturmelder, 2 Klettverschlüsse, 1 technisches Informationsblatt.
- Installieren Sie den Melder in einer sauberen, trockenen Umgebung.
- Für eine optimale Funkleistung darf der Melder nicht in der Nähe von metallischen Oberflächen montiert werden.
- Befestigt wird er mit den integrierten Schlüssellochschlitzen oder mit den mitgelieferten Klettverschlüssen an der Wand. Die geeignete Methode wählt der Installateur.
Melder entsperren und Sprache einstellen
Ab Werk ist Englisch als Displaysprache eingestellt.
- Drücken Sie einmal die Auswahltaste, um das Display „aufzuwecken“.
- Halten Sie die Auswahltaste und gleichzeitig die Aufwärtstaste gedrückt, bis „Einstellungen ändern?“ bzw. „Change Settings?“ erscheint.
- Bestätigen Sie mit der Auswahltaste. Der Melder ist entsperrt, und das Konfigurationsmenü wird angezeigt.
- Drücken Sie die Abwärtstaste, bis „Language/Country“ markiert ist, und dann die Auswahltaste.
- Wählen Sie die Sprache mit Aufwärts- und Abwärtstaste aus und bestätigen Sie mit der Auswahltaste. Der Melder kehrt in der gewählten Sprache zum Konfigurationsmenü zurück.
Das Konfigurationsmenü im Überblick
| Menüpunkt | Zweck |
|---|---|
| Experten-Modus | Einstellungen für „LCD Immer an“, „Alarm wiederholen“, Temperaturgrenzen und Messwertskala |
| Batterie | Funkstreckenüberwachung (AP) und automatischer Ruf bei schwacher Batterie (ALB); Anzeige des Batteriestatus |
| Language/Country | Auswahl der Displaysprache |
| Nachricht senden | Sendet eine Test-Funknachricht an das Tunstall-System und löst dort einen Notruf aus |
| Zusammenfassung | Zeigt die aktuelle Konfiguration an |
| Info | Zeigt die installierte Firmware-Revision an |
| Verlassen | Verlässt das Konfigurationsmenü; der Melder ist danach aktiv |
Einstellungen im Experten-Modus
Im Konfigurationsmenü ist „Experten-Modus“ direkt markiert; öffnen Sie ihn mit der Auswahltaste. Navigieren Sie mit der Abwärtstaste zum gewünschten Punkt, wechseln Sie die Optionen mit Aufwärts- oder Abwärtstaste und bestätigen Sie jeweils mit der Auswahltaste.
- LCD Immer an: „Aktiviert“ zeigt dauerhaft die aktuelle Temperatur. Bei „Deaktiviert“ schaltet sich das Display aus, wenn 30 Sekunden keine Taste gedrückt wurde; die Temperatur erscheint dann nach Druck auf die Auswahltaste.
- Alarm wiederholen: „An“ oder „Aus“ (siehe oben).
- Grenzwert: Der hohe Grenzwert ist von 25 °C bis 50 °C einstellbar, der niedrige Grenzwert von 0 °C bis 24 °C.
- Skala: Umschaltung zwischen Celsius und Fahrenheit.
Batteriemodus: ALB oder AP
Im Menü „Batterie“ (vom Konfigurationsmenü aus einmal die Abwärtstaste drücken) stehen ALB, AP und Status zur Auswahl. Der Melder arbeitet entweder im Modus ALB oder im Modus AP.
- ALB – automatischer Ruf bei schwacher Batterie: Ist die Batterie schwach, benachrichtigt der Melder automatisch den Notrufempfänger. Die Warnung wird alle 7 Tage oder bei einer Funkmeldung erzeugt, bis die Batterie leer ist. Die Batterie sollte innerhalb von 2 Wochen nach einer solchen Warnung ausgetauscht werden.
- AP – Funkstreckenüberwachung: zusätzlich zu ALB; verfügbar in Verbindung mit Lifeline-Hausnotrufgeräten. Der Melder sendet alle 4 Stunden ein Signal an das Hausnotrufgerät. Bleiben 18 aufeinanderfolgende Meldungen aus, löst das Hausnotrufgerät nach etwa 72 Stunden (3 Tagen) einen Ruf „Keine Funkverbindung“ zur Servicezentrale aus. Ursache kann ein defekter Melder, fehlende Reichweite oder eine entnommene Batterie sein.
- Status: zeigt „Normal“ oder „Niedrig“. Bei „Niedrig“ sollte die Batterie gewechselt werden; der automatische Ruf bei schwacher Batterie wurde dann bereits gesendet.
Wichtig: Wird ein auf AP eingestellter Melder nicht mehr mit dem Hausnotrufgerät benutzt, muss er aus dem Speicher des Hausnotrufgeräts gelöscht werden. Sonst entstehen Fehlalarme „Keine Funkverbindung“.
Am Hausnotrufgerät anmelden
Lifeline Digital: Funksensoren werden direkt am Lifeline Digital oder über die DMP eingelernt. Die Funksender-ID für die DMP zeigt der Melder im Menü „Zusammenfassung“ an. Wie Sie Sensoren am Lifeline Digital einrichten und testen, beschreibt der Ratgeber Telecare-Sensoren am Lifeline Digital.
Weitere Lifeline-Hausnotrufgeräte: Laut Installationsanleitung wird der Melder per Plug-and-Play zugeordnet:
- Halten Sie die Abstelltaste am Hausnotrufgerät gedrückt, bis es piept. Einige Geräte sagen „Programmiermodus“ an.
- Halten Sie die Abstelltaste erneut gedrückt, bis es piept. Einige Geräte sagen „Registrierungsmodus“ an.
- Lösen Sie am Raumtemperaturmelder über „Nachricht senden“ eine Funknachricht aus. Die LED am Melder sollte blinken.
- Ist der Melder zugeordnet, piept das Hausnotrufgerät.
Wie Sie den Melder einem anderen Tunstall-System zuordnen, entnehmen Sie dem technischen Dokument des jeweiligen Systems.
Test und Abnahme
Nach der Konfiguration müssen Sie die Verbindung vom Melder zum Tunstall-System testen:
- Melder entsperren, im Konfigurationsmenü „Nachricht senden“ markieren und mit der Auswahltaste öffnen.
- „Hohe Temperatur“ oder „Niedrige Temperatur“ auswählen und mit der Auswahltaste senden. Mit der Zurück-Taste verlassen Sie das Menü ohne Senden.
- Das Display zeigt „Gesendet!“.
- Sind Melder und System korrekt konfiguriert, löst das Tunstall-System einen Notruf mit der entsprechenden Rufart („hohe Temperatur“ bzw. „niedrige Temperatur“) aus.
- Über das Menü „Zusammenfassung“ können Sie die Grenzwerte, die Skala, den Status von „LCD Immer an“, den Batteriemodus (ALB oder AP) und die Funksender-ID anzeigen lassen. Mit „Verlassen“ schließen Sie das Konfigurationsmenü; der Melder ist dann aktiv.
Batteriewechsel und Wartung
Der Melder enthält keine vom Benutzer zu wartenden Teile. Er wird mit einer wechselbaren 3,6-V-Batterie Mignon AA (Lithium-Thionylchlorid, Tunstall empfiehlt EVE ER14505V) betrieben; die Lebensdauer beträgt bis zu 5 Jahre bei typischer Verwendung.
- Legen Sie den Melder mit dem Display nach unten auf den Tisch.
- Entnehmen Sie die verbrauchte Batterie.
- Setzen Sie eine neue 3,6-V-AA-Batterie polrichtig ein.
- Setzen Sie den Batteriefachdeckel ein: zuerst die äußeren Haken einlegen, dann andrücken und auf festen Sitz prüfen.
- Der Melder schaltet sich ein und behält seinen bisherigen Betriebsmodus bei.
Warnung: Während des Batteriewechsels kann der Melder keinen Notruf auslösen. Prüfen Sie nach jedem Batteriewechsel, ob die Konfiguration für den Benutzer noch passt. Die Altbatterie gehört an eine Sammelstelle für Altbatterien oder zurück an Tunstall.
Praxis-Hinweise
- Werkseinstellungen: Display mit der Auswahltaste aufwecken, dann Aufwärts- und Abwärtstaste 30 Sekunden gedrückt halten. Bei „Neustart bestätigen?“ mit der Auswahltaste bestätigen oder mit der Zurück-Taste abbrechen. Danach ist wieder Englisch eingestellt, und der Melder muss vor dem Einsatz neu konfiguriert werden.
- Firmware-Stand: Das Menü „Info“ zeigt die installierte Firmware-Revision.
- Betriebsbedingungen: Umgebungstemperatur im Betrieb 0 °C bis 45 °C, bei Lagerung und Transport −10 °C bis 50 °C.
- Entsorgung: Melder und Batterie getrennt entsorgen. Personenbezogene Daten auf dem Altgerät muss der Endnutzer eigenverantwortlich löschen.
Technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Abmessungen (H × B × T) | 80 × 50 × 25 mm |
| Gewicht (inkl. Batterie) | 70 g |
| Gehäusefarbe | Weiß |
| Funkfrequenz | 869,2125 MHz |
| Max. abgestrahlte Sendeleistung | < 1 mW effektiv abgestrahlte Leistung |
| Funkreichweite | bis zu 50 m, abhängig von der Gebäudestruktur |
| Batterie | 3,6 V, Mignon AA, EVE ER14505V, Lithium-Thionylchlorid; bis zu 5 Jahre bei typischer Verwendung |
| Umweltgruppe | Gruppe 2 – in Gebäuden allgemein |